PROVERBI E MODI DI DIRE

Nicht zu beneiden ist jemand, für den die Redensart zutrifft:

„Avere una rotella fuori posto!“

„ ein Rädchen außerhalb des (normalen) Platzes haben“. Im Deutschen ist hierfür der Ausdruck gebräuchlich „eine Schraube locker haben“, was nichts anderes bedeutet, als dass rational etwas in Unordnung geraten ist, dass im geistigen Zustand des Betroffenen etwas nicht stimmt! Das mögen allgemeine, unverständliche Äußerungen sein oder auch eine unerwartete, völlig unpassende Reaktion. Der Vorwurf, „eine Schraube locker zu haben“, ist also stets eine Attacke auf den (aktuellen oder allgemeinen) geistigen Zustand des Angegriffenen.

Eine längst gebräuchliche Lebensweisheit zeigt sich in der Redensart

„Chi prima arriva – prima macina“

„wer zuerst kommt, mahlt zuerst“! Sicherlich zurückzuführen auf die ganz konkrete Erfahrung der Bauern in früherer Zeit, die sich an der Getreidemühle hinter diejenigen anstellen mussten, die vor ihnen eingetroffen waren. Mit dieser Aussage wird die Reihenfolge jeweils nach dem (zeitlichen) Eintreffen eindeutig festgelegt und damit können etwaige Privilegien oder vermeintliche Sonderrechte keine Anwendung finden. In etwa zielt in die gleiche Richtung eine längst im Sprachgebrauch übliche (politische) Aussage von Gorbachov: „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben!“ – ganz grob verallgemeinert: „Schau zu, dass du nicht zu spät kommst!“.

Bei der individuellen Beurteilung von Menschen wird immer wieder gerne der Ausdruck gebraucht

„Dal frutto si conosce l’albero“

„an der Frucht erkennt man den Baum“. Diese Redensart lässt durchaus zwei unterschiedliche Deutungen zu: Einmal kann man am Sohn oder an der Tochter bestimmte Charakterzüge oder Verhaltensweisen des Vaters, der Mutter, erkennen und so auf die unmittelbare Verwandtschaft schließen. Hierfür hält die italienische Sprache auch die Aussage bereit

„Tale padre – tale figlio“

was im Deutschen mit der identischen Redensart „wie der Vater, so der Sohn“ beschrieben wird. Zum anderen erinnert diese Sprachformel an das biblische Wort „an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen“, was schlicht bedeutet, dass die (Qualität der ) Werke auf den Urheber ( und dessen Qualität) schließen lassen.

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